Landnahme

Graphikprojekt | graphic project

 

im Zuge der Ausstellung | Part of the exhibition
SR-2015 QV, 2015
Galerie Steyrdorf
4400 Steyr

 

Steyr als Stadt von kultur- und industriehistorischer Bedeutung führt den Künstler Roland Maurmair auf Spurensuche. Diese Spuren sind nicht nur imposante Industrie- und Arbeiterarchitektur, Maurmair geht es auch um im Alltag genutzte Gegenstände, um Spuren, um Abdrücke im Detail. Da wären Brückengeländer, Weeranlagen, Stützen u. a. Die „Spur“ dieser geschichtsmächtigen Identität wird der Künstler unter zu Hilfenahme von Rostumwandler behandeln, um den frei gewordenen Rost unmittelbar auf Papier zu übertragen. Diese Resultate werden in einem weiteren Arbeitsschritt zur Produktion von Graphiken verwendet, die bei der Ausstellung am 29. Mai 2015 in der Galerie Steyrdorf der Öffentlichkeit präsentiert werden.

 

Nicht umsonst trägt das Projekt den Titel „Landnahme“. Die Mehrdeutigkeit will einmal im Spannungsfeld zwischen Natur und Kultur gedeutet werden und weiters im Sinne eines Gebens und Nehmens: Das Land gab den Ur-stoff, das Land/die Landschaft gibt die kultivierte Vorlage (als Brücke beispielsweise) und letztlich verläuft dies im Prozess des Gebens und Nehmens. In diesem unentwegten Vorgang des Tausches nun bewegt sich Steyr. In kaum einer anderen ehemaligen Arbeiter- und Industriestadt Österreichs sind Wandel und Austausch von Natur und Kultur derart in stetiger Bewegung. Daher ist die Frage Quo vadis Steyr selbstreferentiellen Charakters oder anders ausgedrückt, Steyr bewegt sich zwischen Tradition und Moderne ohne dabei jeweils das eine oder andere zu kurz kommen zu lassen.

 

„Landnahme Steyr“ ist kein kolonialistisches Eroberungsprojekt, es ist der Versuch Landschaft auf bisher ungewohnte Weise zu visualisieren, einen Blick zu entwickeln, der uns sonst verborgen ist. Für die Ausstellung „SR-2015QV“ bedeutet dies nichts anderes, als dass Steyr mitsamt seinen Mikrokosmos eine neue Dimension eröffnet bekommt, ohne ihr von Außen etwas aufzudrücken, wie es bei kolonialistischen Landnahmen der Fall ist. Der Weg nach Steyr wie der Weg von Steyr offerieren in diesem Sinne ungeahnte und unerwartete Einblicke.

 


 

Steyr is a town of cultural- and industrial historic importance and takes the artist Roland Maurmair to the search for traces. These traces are not only great industrial architecture and architecture for workers, for Maurmair also pieces of every day life are of importance, thus traces in general and in detail. Bridge railings, dam walls, supports are examples. The trace of the identity of historic mightiness will be treated by the artist with the help of a rust converter, so that the recovered lose rust can be brought directly onto the paper. In an additional working step these results are used to produce graphics presented to the public at the exhibition of the 29 May 2015 in the Galerie Steyrdorf.

 

The title “Colonisation” for this project is not in vain. The ambiguity and the various meanings of this word show the position between the poles of nature and culture and of giving and taking: the country provided the original material, the country/the landscape provides the cultivated template (as bridge for example), and in the end this proceeds in giving and taking. In this continuous process of exchange Steyr moves on. In hardly any other former workers’ and industrial town in Austria change and exchange of nature and culture move in such a continuous way. Thus the question:”Quo vadis Steyr?” is of selfreferring character, to put it in another way, Steyr moves between tradition and modernism without neglecting the one or the other.

 

”Colonisation of Steyr” is no colonial project of seizure, it is an attempt to visualize landscape in an up to now unusual way, to develop a view, which otherwise remains unseen. For the exhibition “SR-2015QV” this means nothing more, than that a new dimension is installed for Steyr with its microcosmos without imposing anything from the outside – common for colonial seizure. Thus the path to and from Steyr offers unforeseen and unexpected insights.

 


 

 


 

 

 

 


external link: • Galerie Steyrdorf

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